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Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017

Juni 2017
Kategorien: Klienten-Info

Der Beschäftigungsbonus wurde im Februar 2017 im Ministerrat beschlossen und soll eine Maßnahme zur Senkung der Lohnnebenkosten darstellen. Als Ziele wurden positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie die Standortqualität definiert. In den kommenden Wochen ist noch mit der Erlassung von Durchführungsrichtlinien zu rechnen, die noch Details zur konkreten Abwicklung beinhalten, die wesentlichen Eckpfeiler wurden jedoch im Ministerratsbeschluss bereits festgelegt.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Entsprechend dem Ministerratsbeschluss soll es einen Zuschuss für die Schaffung zusätzlicher vollversicherungspflichtiger Arbeitsplätze geben, wenn

  • eine beim AMS als arbeitslos gemeldete Person,
  • oder ein Abgänger einer österreichischen Bildungseinrichtung,
  • oder eine in Österreich bereits beschäftigt gewesene Person (Jobwechsler) eingestellt wird,
  • oder ein Beschäftigungsverhältnis auf Basis einer Rot-Weiß-Rot-Karte besteht.

Das antragstellende Unternehmen muss das Vorliegen eines dieser Kriterien zum Zeitpunkt der Anmeldung des Arbeitnehmers bei der Sozialversicherung nachweisen können.

Mitnahmeeffekte durch Umgründungen, Verschiebungen im Konzern udgl. werden nicht gefördert. Auch Doppelförderungen sollen vermieden werden, daher wird für einen Beschäftigten, für den die Lohnnebenkostenförderung gem. Start-Up-Förderung bezogen wird, nicht gleichzeitig auch ein Beschäftigungsbonus gewährt.

Was wird konkret gefördert?

Förderfähig sind Voll- und Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse die der Kommunalsteuerpflicht unterliegen, ebenso wie jene, die gemäß § 8 KommStG von der Kommunalsteuer befreit sind.

Gegenstand der Förderung ist der teilweise Ersatz von Lohnnebenkosten für zusätzliche Beschäftigte für die Dauer von 3 Jahren. Die daraus resultierenden und nachweislich bezahlten Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) werden mit 50% bezuschusst. Als Referenzwerte werden die Beschäftigungsstände zum Zeitpunkt der Antragstellung und des Jahres davor herangezogen. Um förderfähig zu sein, muss in diesem Vergleichszeitraum ein Zuwachs an Beschäftigungsverhältnissen von zumindest einem zusätzlichen Vollzeitäquivalent dargestellt werden können. Für alle Unternehmen, die erst innerhalb der letzten 12 Monate gegründet wurden, gilt als Berechnungsgrundlage ein Mitarbeiterstand von Null. Die Beschäftigungsdauer muss zumindest 6 Monate betragen.

Was zählt zu den Lohnnebenkosten?

  • Krankenversicherungsbeitrag
  • Unfallversicherungsbeitrag
  • Pensionsversicherungsbeitrag
  • Arbeitslosenversicherungsbeitrag
  • IESG-Zuschlag
  • Wohnbauförderungsbeitrag
  • Mitarbeitervorsorge (BMSVG)
  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag
  • Kommunalsteuer

Ab wann kann beantragt werden?

Die Antragstellung ist ab 1.7.2017 möglich und hat grundsätzlich vor Schaffung des ersten zu fördernden zusätzlichen Vollzeitäquivalents zu erfolgen. Achtung: Wir empfehlen eine zeitnahe Beantragung, weil der Beschäftigungsbonus nur bis zur Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Mitteln bewilligt wird. "first come first serve - Prinzip".

 

Die weitere Entwicklung dieser Fördermaßnahme sowie die konkreten Durchführungsrichtlinien bleiben natürlich noch abzuwarten.